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03.04.2020, 18:30 Uhr
CDU erinnert an Helmut Kohl, der heute 90 Jahre alt geworden wäre

Die CDU erinnert an Helmut Kohl, der heute 90 Jahre alt geworden wäre. Es gibt aus diesem Anlass ein digitales Erinnerungsbuch, in das Sie Ihre Gedanken und Erinnerungen schreiben können.

Die CDU-Bundesvorsitzende hat hierzu heute folgende Erklärung abgegeben:

„Es ist eine schöne Geste, wenn wir aus diesem Anlass als Partei zeigen, wie breit und dankbar unsere Erinnerungen an den Kanzler der Einheit sind.

Und natürlich werden wir den Geburtstag auch gebührend nachfeiern – wenn es die Zeiten wieder zulassen. Bereits jetzt möchte ich Ihnen bekanntgeben, dass wir beschlossen haben, den großen Bundesvorstandssaal im Konrad-Adenauer-Haus nach Helmut Kohl zu benennen. Außerdem haben wir bei einem Künstler eine Büste in Auftrag gegeben, die dort ihren festen Platz finden soll. Erst gestern ist die Büste fertiggestellt worden. Ich kann Ihnen versichern, sie sieht toll aus!

Unter der Überschrift „Ein Leben für Deutschland, für Europa und für die CDU" finden Sie einige Erinnerungen an das Leben dieses großen Staatsmannes und überzeugten Europäers. Gerade im Jahr, in dem wir 30 Jahre Deutsche Einheit feiern, kann uns dieser große Kanzler Orientierung auch fürs Hier und Jetzt geben. Ja, es war der Mut der Ostdeutschen, der die Mauer zum Einsturz brachte. Helmut Kohl aber war es, der diesem Mut dann eine politische Perspektive gab. Während andere zauderten und haderten, packte er zu und handelte. Er schuf Vertrauen bei internationalen Partnern – bei George Bush genauso wie bei Michail Gorbatschow, bei Francois Mitterand genauso wie bei Margaret Thatcher. Er trieb die Verhandlungen zwischen Bundesrepublik und DDR voran, er machte Mut und räumte Widerstände aus dem Weg. Helmut Kohl hatte den Auftrag des Grundgesetzes verinnerlicht: Die Deutsche Einheit in Frieden und Freiheit zu vollenden. Es war ihm zuwider, wie dieser Auftrag bei vielen nur noch ein Lippenbekenntnis war. Ja schlimmer noch – wie viele in anderen Parteien diesen unnatürlichen Zustand unserer Nation festschreiben wollten. Helmut Kohl ist und bleibt der Kanzler der Einheit. Unsere Nation wird ihm das nie vergessen – erst recht nicht 30 Jahre nach der Deutschen Einheit.

Helmut Kohl war nicht nur der Kanzler der Einheit, er war auch einer der Architekten des modernen Europas. Heute steht unser Kontinent vor einer historischen Herausforderung. Dabei sollten wir auch an das denken, was Helmut Kohl geleitet hat. Europa war für den Christdemokraten Kohl der Garant für Frieden, Freiheit und Wohlstand. Er hat stets für eine Europäische Union gekämpft, die durch gemeinsame Werte verbunden ist. Von diesem Kompass sollten wir uns heute leiten lassen. Der große Europäer Kohl hätte sich heute mit voller Überzeugung und beharrlich dafür eingesetzt, dass wir die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam angehen, einander helfen und uns nicht auseinanderbringen lassen.

Diese Beharrlichkeit kann uns auch heute Vorbild sein. Nicht immer das Fähnchen in den Wind hängen, nicht immer den leichten Weg gehen. Sondern: Verantwortung für unser Land übernehmen – und die Interessen des Landes hinter parteipolitische und persönliche Interessen hintanstellen. Gerade in Zeiten von Corona wird deutlich: Der Kampf gegen dieses Virus kann nur gemeinsam gelingen. Wir alle, jeder Einzelne ist gefordert, seinen Beitrag dazu zu leisten. Es geht jetzt um unser Land. Und dahinter muss alles andere zurücktreten. Deutschland konnte sich gerade in Krisensituationen immer auf die Union verlassen. Und Deutschland kann sich auch in der jetzigen Phase auf die Union verlassen. Die CDU ist die Kraft in diesem Land, die sich in einer solchen Situation hinter die Regierung und nicht in den parteipolitischen Streit stellt.

In diesem Sinne – lassen Sie uns heute dankbar an Helmut Kohl erinnern und ihn und sein Lebenswerk als Vorbild für uns würdigen.“