Chronik der CDU Korb
Schon vor der Gründung der Korber CDU wurde in Korb bürgerliche und christlich-demokratische Politik gemacht. Doch erst am 12. Dezember 1973 fanden sich vierzehn Christdemokraten zur Gründung des Gemeindeverbandes zusammen. Der Impuls zur Gründung der CDU Korb ging vom damaligen Hegnacher Bürgermeister und CDU-Landtagsabgeordneten des Wahlkreises Waiblingen, Alfred Entenmann, aus.

Die Gründung des Gemeindeverbandes erfolgte in einer bewegten Zeit. In Bonn regierte eine sozialliberale Koalition und die Geschicke des Bundeslandes Baden-Württemberg bestimmte seit 1966 Ministerpräsident Hans Filbinger, dessen CDU-Regierung seit der Landtagswahl 1972 mit absoluter Mehrheit regieren konnte. Geprägt war das Jahr 1973 vor allem durch die Ölkrise und die Weiterentwicklung der Ostpolitik der Bundesregierung.

In Korb bestimmte unterdessen ein ganz anderes Thema die kommunalpolitische Agenda. Die Eigenständigkeit der Gemeinde stand zur Disposition. Bereits 1971 sollte die Gemeinde nach dem Willen der Landesregierung nach Waiblingen eingemeindet werden. Dieses Thema erhitzte die Gemüter. Zahlreiche Autos in Korb zierte ein Aufkleber mit dem Spruch: „7054 – Korb muss bleiben“. 7054 war bis zur Umstellung auf fünfstellige Postleitzahlen die damalige Postleitzahl der Gemeinde Korb.

Auf Vermittlung der Jungen Union kam im Mai 1973 ein Gespräch von CDU-Mitgliedern und der CDU nahe stehenden Gemeinderäten mit dem damaligen Staatssekretär im Innenministerium, Erwin Teufel, zustande. Die Korber Vertreter Dieter Bolten, Josef Dolzer, Martin Haag, Adolf Heinrich, Adolf Theiner und Walter Ulrich legten die Gründe, die für eine weitere Selbstständigkeit der Gemeinde Korb sprachen, dar. Dazu zählten aus Sicht Korbs unter anderem die Struktur der Gemeinde und die Bedeutung des Weinbaus, die Trennung zwischen Korb und Waiblingen durch die künftige Bundesstraße 14, die Entscheidung der Kleinheppacher Bürger, sich der Gemeinde Korb anzuschließen, und die Selbstständigkeit vergleichbar großer Gemeinden in der Region. Die Korber Vertreter wiesen schon damals auf die durchaus vorhandenen Entwicklungsmöglichkeiten der Gemeinde auf ihrer Gemarkung hin. Auch die weitere Entwicklung Waiblingens sahen sie durch eine Eigenständigkeit Korbs nicht gefährdet, da die Kreisstadt ausreichend Möglichkeiten hatte, sich beispielsweise Richtung Beinstein oder Schmidener Feld weiterzuentwickeln. Die Bemühungen der Korber Christdemokraten waren damals zum Wohle der Gemeinde von Erfolg gekrönt. Korb blieb eigenständig.

Weitere Wegmarke der neueren Korber Geschichte, die die CDU maßgeblich mit geprägt hat, war die Diskussion um ein Müllkompostwerk und eine Müllverbrennungsanlage im Dornhau. Durch das Abfallbeseitigungsgesetz wurde 1972 die Aufgabe der Abfallbeseitigung von den Gemeinden auf die Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte übertragen. Bis dahin hatte jede Gemeinde ihre eigene Mülldeponie. Der Landkreis wollte daher in den 80er-Jahren der Landkreis im Dornhau zwischen Schwaikheim und Korb ein Müllkompostwerk errichten. Da dies den Wohnwert in der Gemeinde, aber auch den Weinbau sehr beeinträchtigt hätte, haben sich die Korber CDU und die Gemeinderäte von CDU/FW vehement gegen dieses Vorhaben ausgesprochen. Die Gemeinde Korb hat auf Beschluss des Gemeinderates zweimal gegen den Kreis geklagt und gewonnen. 1986 stoppte das Verwaltungsgericht somit die Pläne für ein Müllkompostwerk im Naherholungsgebiet Dornhau. Auch auf eine in den 90er-Jahren geplante Müllverbrennungsanlage im Dornhau verzichtete der Kreis nach zähem Ringen im Jahr 1996.

Auch die Rebflurbereinigung war ein wichtiges Thema der 70er-Jahre in Korb. Duch die Maßnahme wurde der Weinort Korb mit seiner schönen Hanglage auf Jahrzehnte hinaus gesichert. Trotz der Befürchtungen vieler Wengerter, daß die Erträge für drei Jahre ausfallen würden, hat sich die CDU damals für diese Maßnahme ausgesprochen. Schließlich konnte der Ertrag um 20 bis 40 Prozent gesteigert und der Arbeitsaufwand um 30 Prozent gesenkt werden. Von den Kosten für die Rebflurbereinigung in Korb, Steinreinach und Kleinheppach in Höhe von etwa 50 Millionen DM übernahmen das Land 30 Millionen und die Gemeinde sowie die Eigentümer jeweils 10 Millionen DM. Erst 1993 wurde die in Teilabschnitten durchgeführte Rebflurbereinigung abgeschlossen.

Die Korber CDU hat sich in den Jahrzehnten seit ihrer Gründung zu einer festen politischen Größe in Korb etabliert. Bei den Gemeinderatswahlen tritt die Korber CDU mit einer offenen Liste an, die sich „CDU/Freie Wähler“ nennt, wobei der Begriff „Freie Wähler“ nicht zu verwechseln ist mit der mittlerweile bundesweit antretenden Partei gleichen Namens. Die „Freien Wähler“ auf der Korber CDU-Liste sind Mitglieder keiner Partei, sind aber CDU-nah und stehen für eine bürgerliche Kommunalpolitik. Ihnen hat die CDU Korb von Beginn an die Hand zur Zusammenarbeit gereicht. Seit der Gründung der CDU Korb ist die Fraktion von CDU/Freien Wählern die mit Abstand stärkste politische Gruppierung im Korber Gemeinderat. Zuletzt erreichte die Listenvereinigung 45,2 Prozent (Kommunalwahl 2014) und stellt acht der 18 Gemeinderäte. Von den acht Fraktionsmitgliedern sind derzeit vier Mitglied der CDU und vier parteilos. Im Kleinheppacher Ortschaftsrat stellen CDU/Freie Wähler fünf der acht Ortschaftsräte.

Auch zu den Erfolgen bei Wahlen auf Kreis-, Regional-, Landes-, Bundes- und Europaebene trägt die Korber CDU regelmäßig mit überdurchschnittlichen Ergebnissen bei.

Seit 2012 veranstaltet die CDU Korb Neujahrsempfänge, bei denen prominente Bürger der Remstalgemeinde interviewt werden. Bisher waren dies u.a. die Fußballprofis Hansi Müller und Christian Tiffert, der Rennfahrer Joachim Winkelhock und der Ingenieur und Smart-Entwickler Helmut Wawra. Weitere Inetrviewpartner und Redner bei Neujahrsempfängen waren u.a. der damalige Landtagspräsident Guido Wolf (2012) und der frühere CDU-Landtagsabgeordnete Alfred Entenmann (2014) sowie die Korber Bürgermeister Hansgeorg Müller und Jochen Müller (2017).

Noch heute sind Mitglieder aus dem Gründungsjahr des Gemeindeverbandes in der Korber CDU aktiv und tragen mit zu den Erfolgen dieses Gemeindeverbandes und seiner Fraktion bei. Prominentestes Mitglied der Korber CDU war der im Februar 2013 verstorbene langjährige Landesminister und Ehrenvorsitzende der CDU Rems-Murr, Dr. Guntram Palm.

Bisherige Vorsitzende der CDU Korb

12.12.1973 bis 1990: Karl Görger (+ 5.12.2004)
1990 bis 18.11.2010: Dr. Hartmut Franz
18.11.2010 bis 24.06.2015: Matthias Pröfrock
seit 24.06.2015: Wolfgang Hannig

Karl Görger war bis zu seinem Tod im Jahr 2004 Ehrenvorsitzender der CDU Korb. Seit dem 18. November 2010 ist Dr. Hartmut Franz Ehrenvorsitzender der CDU Korb.

Mitgliederentwicklung

Anfang der 80er-Jahre hatte die Korber CDU mit 39 Mitgliedern genauso viele Mitglieder wie im Jahr 2016. Sie liegt damit beim Verhältnis der Mitgliederzahl zur Einwohnerzahl der Gemeinde im Mittelfeld der Ortsverbände im CDU-Kreisverband.

Die Zahlen im Einzelnen (soweit vorhanden):
[…]
01.01.1983:     39
01.01.1984:     43
01.01.1985:     43
01.01.1986:     43
01.01.1987:     42
01.01.1988:     39
[…]
31.12.2011:     40
31.12.2012:     43
31.12.2013:     41
31.12.2014:     40
31.12.2015:     38

Impressionen
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