CDU Korb

Die Gemeinderäte haben das Wort

Heute: Martin Schwegler
Alfred-Leikam-Platz: Ermutigung zur Zivilcourage

Mit dem vom Gemeinderat beschlossenen Alfred-Leikam-Platz erinnert die Gemeinde Korb an ihren Mitbürger und Widerständler in der Nazizeit und setzt damit ein starkes Zeichen für Aufrichtigkeit und Zivilcourage. Trotz knapper Kassen wird der Gemeinderat hierfür nennenswerte Mittel bereitstellen.

Wer war Alfred Leikam? Als junger Mann, ehrenamtlicher Jugend-Mitarbeiter der Evangelischen Kirche und des CVJM, setzte er sich zusammen mit anderen kritisch mit den Vorgängen in den 30er Jahren auseinander. Er war davon überzeugt, dass der christliche Glaube nicht mit dem nationalsozialistischen Gedankengut und dessen Regime zu vereinbaren sei.

Sein christliches Bekenntnis führte ihn zu persönlichem und öffentlichem Widerspruch gegenüber dem Staat. Die Nazis inhaftierten ihn als damals 22 Jährigen in den Konzentrationslagern Welzheim und Buchenwald. Dort rettete er einem jüdischen Mithäftling das Leben.

Später praktizierte er als Notar in Schwäbisch Hall, war Mitglied des dortigen Kreistages und im Evangelischen Männerwerk in Württemberg engagiert.

Die Evangelische Jugend Korb organisierte in den 80er Jahren einen Abend mit Alfred Leikam. Für viele der damals zahlreich anwesenden jungen und alten Korber Bürger war diese Begegnung sehr bewegend. Dies konnte ich damals hautnah miterleben. Eine Text-Tafel erinnert heute im Alten Pfarrhaus an sein Wirken. Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat ihm posthum die höchste Auszeichnung „Gerechter unter den Völkern“ verliehen.

Martin Schwegler, Fraktion CDU und Freie Wähler


Quelle: Korber Mitteilungsblatt Nr. 21, 21.5.2015, Seite 4.